Schamanen – Vermittler zur Geisterwelt

Die Bezeichnung Schamane wurde in Deutschland erst vor rund dreihundert Jahren bekannt. Das zunehmende Wissen in Medizin und Heilkunst brachte eine Spezialisierung der runischen Heiler mit sich, die den Aufgaben der Runengelehrten, der Seidrmänner und -frauen nicht mehr gerecht wurde. Unter dem Einfluss des sibirischen Schamanismus, aber auch des keltischen Druidentums entwickelten sich aus den Runenzauberern nach und nach die runischen Schamanen und die runischen Heiler mit ihren jeweiligen Spezialisierungen.

Der Begriff Schamane

Im engeren, ursprünglichen Sinne sind Schamanen ausschließlich die spirituellen Spezialisten der Ethnien des Kulturareales Sibirien (Nenzen, Jakuten, Altaier, Burjaten, Ewenken, auch europäische Samen u. a.), bei denen das Vorhandensein von Schamanen von europäischen Forschern der Expansionszeit als wesentlichstes gemeinsames Kennzeichen erachtet wurde.

Schamanen - Kessel von GundestrupBild: Kessel von Gundestrup (5. Jahrhundert v. Chr. bis 1. Jahrhundert v. Chr.)

Der Kessel ist ein Beispiel handwerklicher und künstlerischer Treibkunst. Der dekorative Schmuck der Platten des Kessels zeigt Darstellungen aus der keltischen Mythologie, Götterbilder und Rituale. Schamanen nutzen bestimmte Körperhaltungen, um ein verändertes Bewusstsein zu erreichen. Viele kulturhistorische Artefakte bilden dies ab, wie z. B. der keltische Gott (oder Schamane) auf dem Kessel von Gundestrup.

 

Im weiteren, häufig verwendeten Sinne dient die Bezeichnung Schamane als Sammelbegriff für ganz unterschiedliche spirituelle, religiöse, heilerische oder rituelle Spezialisten, die bei verschiedensten Ethnien weltweit als Vermittler zur Geisterwelt fungieren und denen entsprechende magische Fähigkeiten zugesprochen werden. In den meisten Weltgegenden setzen sie dies im Sinne kultischer und/oder medizinischer Handlungen zum Wohl der Gemeinschaft ein.

Quelle: Wikipedia.de

Runische Schamanen

Leider gibt es keine überlieferte detaillierte Auflistung über alle Aufgaben und Pflichten eines runischen Schamanen. Wir mussten diese Aufgaben aus vielen Fragmenten in den Aufzeichnungen zusammensetzen und können daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Als gesichert kann angesehen werden:
Runische Heilerinnen und Heiler sind nicht mit runischen Schamanen gleichzusetzen. Andererseits ist ein Schamane sind nicht zwingend auch Heiler. Heiler waren ursprünglich spezialisierte Schamanen. Die runischen Schamanen wurden als die intellektuelle Elite der Runenkundigen angesehen. Runischer Heiler konnte daher nur ein erfahrener runischer Schamane werden. Beim heutigen Stand der Allgemeinbildung sehen wir dies als überholt an.

Folgendes gehört zu den Pflichten, Aufgaben und Rechten:

Pflichten (müssen erfüllt werden)

  • Bewahrung, Vermehrung und Weitergabe des Wissens um Runen und ihrer Anwendung.
  • Odinsopfer (jährlich)

Aufgaben (können abgelehnt werden)

  • Geführte schamanische Reisen
  • Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu den Göttern, Walküren, Fylgien und Krafttieren
  • Ritualleiter
  • Kinder- und Namenweihe, Muntfeiern (getrennt männlich und weiblich), Eheleite, Totenleite, Trennungsrituale, Reinigungsrituale

Rechte (können, müssen aber nicht, eingefordert werden)

  • Der älteste anwesende Schamane hat das Vorrecht, auf einem Thing den Thingfrieden auszurufen.

Gott der runischen Schamanen ist der Ase Hönir.