Eir / Eira – Göttin der Heilkunde und der Heilung

Eir (altnord. „Hilfe, Gnade“ oder westgermanisch „Eira“) ist die Göttin der Heilkunde und der Heilung in der nordischen Mythologie. Sie gilt als die beste Heilerin und gehört zu den Asen, einem Geschlecht der nordischen Gottheiten. Eir wird auch unter den Dienerinnen der Menglöd, wohl eine Form der Frigg, genannt. In den Thulur ist Eir ein Name einer Walküre. Falls alle drei Gestalten eine einzige Göttin bezeichnen, könnte ursprünglich an eine wundenheilende und totenerweckende Walküre gedacht worden sein.

Eir / Eira
Bild: Menglöd und die neun Jungfrauen (darunter Eir) auf dem Lyfjaberg, (1893) von Lorenz Frølich

Eir – Asin oder Walküre?

Über Eir ist nur sehr wenig bekannt. Als gesichert kann angesehen werden, dass sie die beste Heilerin unter den Asen und Wanen ist. Sie ist in der Lage, die Macht der Asen in ihren Händen zu konzentrieren und auf andere zu übertragen. Dadurch heilt sie jede Krankheit und ist sogar Herrin über Leben und Tod. Selbst Odin nimmt bei Bedarf ihre Hilfe an.

Wir sehen Eir nicht als Walküre, obwohl die Walküren ja durch die Adoption durch Odin Asen sind. Vielmehr ist sie eine Lehrerin der Walküren. Sie vermittelt ihnen ihr Wissen in der Heilkunst und diese geben es dann an die Menschen weiter. In seltenen Fällen soll Eira schon selbst Menschen in der Heilkunst unterrichtet haben.

Die Eira-Blume

Der Legende nach beherrscht Eir ein geheimes Ritual mit einer weißen Blume (Eirflower). Mittels diesen Rituals soll sie selbst tödliche Verletzungen und Krankheiten auf der Stelle heilen können. Über dieses Ritual ist jedoch nichts weiter bekannt.

Runische Heiler vollziehen jährlich ein Ritual, bei dem ebenfalls eine weiße Blume verwendet wird. Mit diesem Ritual bitten sie die Göttin um Beistand und Hilfe bei ihrer Arbeit. Die Taekhan, die von runischen Heilern verwendet werden, symbolisieren Eirs Hände.


Von der Autorin Galina Krasskova stammt dieses schöne Gebet an Eira:

Eir will ich heil sagen, der Göttlichen Ärztin.
Glücklich sind die, die ihrer Obhut anvertraut.
Sie ist weise und mächtig, und das Wohl ihrer Hand
stärkt die Verwundeten.
Ihre Werke sind mit einem rücksichtslosen Mitgefühl erfüllt,
und zu allen Dingen bringt sie das Geschenk
von mitreißender Beschaulichkeit.
Ich will diese mächtige Göttin preisen,
deren Berührung auf unserem Wesen ist
wie die Finger einer Meister-Gärtnerin,
die sich um einen winzigen Samen schließt und
ihn in die reiche, wartende Erde versenkt.