Runische Spezialisten

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) erlebten die Naturwissenschaften einen starken Aufschwung. Dadurch sahen sich die Runengelehrten der damaligen Zeit neuen Herausforderungen gegenüber. Zunehmend ließen sich Wirkungen der Runen, die oftmals noch einem göttlichen Willen zugeschrieben wurden, durch Erkenntnisse in Medizin, Astronomie und Physik erklären.

Besonders die rasante Entwicklung der Medizin im 17. und 18. Jahrhundert hatte zur Folge, dass Runengelehrte nicht mehr automatisch als Heiler tätig waren. Runenheiler wurde zu der zweiten Spezialisierung nach den Völven. Zeitnah und unter dem Einfluss wissenschaftlicher Forschung im Rahmen der Völkerkunde etablierte sich der Begriff Schamane.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts sind die Spezialisierungen Schamane, Heiler, Krieger und Völva bekannt. Um eine eindeutige Identifizierung des Tätigkeitsbereiches zu ermöglichen bezeichnen sich die Generalisten unter uns heute als Runer. Die Spezialisten benutzen die Bezeichnungen runische Schamanen, runische Heiler, runische Krieger und Völven.


Diebstal des Skaldenmets

Bild: Illustration aus einer isländischen Handschrift des 18. Jahrhundert.

Um an den Skaldenmet zu kommen, verdingte sich Odin (links im Bild) als Knecht bei dem Riesen Baugi. Als Lohn erbat er sich einen Schluck von dem Met. Er brachte Baugi dazu, mit dem Bohrer Rati ein Loch in den Berg Hnitbjörg zu bohren. In diesem Berg wurde der Skaldenmet aufbewahrt. Odin nahm die Gestalt einer Schlange an und schlüpfte durch das Bohrloch. Im Berg trank er von dem Met und entkam in Gestalt eines Adlers.

In verschiedenen Abwandlungen ist diese Begebenheit in der nordischen Mythologie überliefert.