Stone Balance – Meditation mit Steinmännchen

Stone Balance, sogenannte Steinmännchen, sind aufeinander gestapelte Steine in Form kleiner Hügel oder Türmchen. Ursprünglich sind sie eine archaische Form des Wegzeichens. Steinmännchen sind in allen besiedelten Gebieten der Erde verbreitet. In verschiedenen Kulturen sind mit ihnen weitere, oft religiöse Gebräuche verbunden. Die Meditation mit Steinmännchen kann sehr intensiv sein.

Steinmännchen in verschiedenen Kulturkreisen

In Skandinavien dienen Steinmännchen zur Wegmarkierung, aber auch zum Schutz vor Trollen. Die Art der Wirkung ist jedoch umstritten. Manche schreiben ihnen eine magische Wirkung zu, die Trolle fern hält. Andere halten die Steinhaufen für die Wohnorte von Trollen. Legt ein Wanderer nun einen weiteren Stein hinzu, lassen die Trolle ihn aus Dankbarkeit in Frieden.

Stone BalanceBild links: Steinmännchen als Wegmarkierung im Gebirge

In der Arktis haben die Eskimos das Prinzip der Wegmakierungen ausgebaut und verfeinert. Ein Inuksuk (So werden Steinmännchen in Inuktitut, der Sprachfamilie der Eskimos genannt) mit zwei getrennten Beinen an einem Ufer zeigt einen befahrbaren Kanal an. Ein Inuksuk an einem See verweist auf gute Fischgründe an der markierten Stelle und so weit im See, wie das Steinmännchen vom Ufer entfernt ist.

In verschiedenen Indianerkulturen im Südwesten der Vereinigten Staaten und angrenzenden Gebieten wurden neben Steinhaufen verschiedener Größe zur Wegmarkierung auch große Steingebilde an Orten angelegt, die der Verehrung und dem Gebet dienten. Bei den Navajo entwickelte sich die Tradition, dass jeder Wanderer an einem solchen Steinhaufen einige Blätter auf den Haufen legt und mit einem neuen Stein beschwert.

Steinmännchen sind ebenfalls in Südamerika, dem Vorderen Orient, Zentralasien und in Tibet bekannt. In westlichen Kulturen werden Steinmännchen an markanten Orten errichtet. Sie dienen Wanderern als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit dem Ort, der Identifikation mit Traditionen und als symbolische Inbesitznahme der Umwelt.

Professionelles Stone Balance

Die Königsklasse des Steine-Stapelns nennt man dann „Counter Balance“. Dabei wird der untere Stein erst durch die auf ihm liegenden Steine stabilisiert. Dabei ist es fast immer erforderlich, alle Steine auf einmal hinzustellen. Das erfordert sehr viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Ein Meister dieser Technik ist Bill Dan.

Stone Balance als Umweltsünde

Stone Balance SteinfelderMan kann es aber auch übertreiben! In manchen Touristengebieten gibt es ganze Felder von Steinmännchen. Für die Ökosysteme ist das unter Umständen ein Super-GAU.

Seit Jahren schon mahnen Biologen zur Zurückhaltung. Steine befestigen nicht nur den Boden, sie schützen auch Pflanzen und deren Wurzeln. Die Vegetation bietet Insekten, Spinnen und Asseln Schutz und Nahrung. Diese sind wiederum Nahrungsgrundlage für Reptilien und Vögel.

Auf den Bermudainseln sehen Naturschützer in den Steinmännchen-Feldern die Ursache für den drastischen Rückgang der Eidechsenpopulation.

Halten wir uns an die alte Outdoor-Weisheit: Der beste Naturbesuch ist der, der keine Spuren hinterlässt.