Steinreihe – Aufreihung von aufrecht stehenden Megalithen

Als Steinreihe bezeichnet man in der Archäologie eine Aufreihung von Menhiren (aufrecht stehenden Megalithen). Von einer solchen Reihe spricht man, wenn mindestens drei Menhire in Sichtweite zueinander im Kontext zueinander angeordnet sind. Die Abstände variieren zwischen 0,2 und 100,0 Metern. Mehrere Steinreihen nebeneinander werden als Alleen oder „multiple Steinreihen“ bezeichnet. Diese können aus bis zu elf Reihen mit Dutzenden von Menhiren bestehen (Carnac in der Bretagne).

Steinreihe – Vorkommen

Steinreihen kommen vor allem in Westeuropa einschließlich der Westschweiz vor. Aber auch in Dänemark, Schweden, auf Korsika und auf Sardinien sind sie zu finden. Ausgesprochen häufig sind sie in der Bretagne.

Steinreihe - Upper_Erme_stone_rowBild: Steinreihe von Upper Erme

Urheber: Derek Harper / Upper Erme stone row / CC BY-SA 2.0

Etwa 3,3 km lang ist die Steinreihe von Upper Erme. Etwa 550 Meter lang ist die Steinreihe auf dem Moor westlich des „Fox Tor“ im Bodmin Moor in Devon. Selbst Anlagen aus kleinen Steinen wie Hwylfa’r Ceirw, (englisch The Path of the Deer dt. „Pfad der Hirsche“), und eine Doppelreihe von Steinen bei Llandudno in Wales werden manchmal als Steinreihe bezeichnet. Unter den über 40 Steinreihen Irlands ragt die Steinreihe von Eightercua bei Waterville im County Kerry und die Graves of the Leinstermen im County Tipperary aufgrund der Steinhöhen heraus.

Die mitunter als prähistorisch angesprochenen Steinreihen von Hartashen sind 2010 von Wissenschaftlern untersucht worden. Ihre verblüffende Ähnlichkeit mit Steinreihen in Europa legt einen prähistorischen Hintergrund nahe. Die Forscher stellten jedoch fest, dass sie nicht mit den prähistorischen Grabbauten in Verbindung zu bringen sind, sondern vielmehr als Teil neuzeitlicher militärischer Schanzanlagen zu verstehen sind.

Steinreihe – Datierung

Die 2004 entdeckte Steinreihe am Cut Hill im nördlichen Dartmoor ist die erste, die datiert werden konnte. Der Torf unter Stein 1 wurde mit der Radiokarbonmethode auf kalibriert 3700–3540 v. Chr. datiert. Dagegen wurde der Torf darüber auf kalibriert 2476–2245 v. Chr.

Aubrey Burl schlug bereits zuvor eine typologische Datierung von Steinreihen der britischen Inseln und Frankreichs vor. Demnach sollten Mehrfachreihen (z. B. die Steinreihe von Yelland), in denen die Steine parallel oder fächerförmig angeordnet sind, zwischen 3000 und 1500 v. Chr. datieren. Lange Einzelreihen mit mehr als sieben Steinen dagegen aus der Zeit zwischen 2100 und 1600 v. Chr. stammen. Kurze Reihen mit sechs oder weniger Steinen seien der Bronzezeit zuzuordnen. Basis für die Datierung von Steinreihen bildeten ihre Ausrichtung und, damit verbunden, eine astronomische Datierung, die Nähe zu anderen datierbaren Strukturen oder generelle formale Ähnlichkeiten zu anderen Bauwerken.


Quelle: Wikipedia.de
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Siehe auch: Megalith, Stonehenge

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