Ganggrab – Megalithanlagen der Trichterbecherkultur

Das Ganggrab ist eine Bauform jungsteinzeitlicher Megalithanlagen der Trichterbecherkultur (TBK), die aus einer Kammer und einem baulich abgesetzten, lateralen Gang besteht. Diese Form ist in Dänemark, Deutschland, in den Niederlanden, in Skandinavien sowie vereinzelt in Frankreich zu finden. In Polen kommen Ganggräber gar nicht vor.

Ganggräber entstanden zwischen 3500 und 2800 v. Chr. Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie jungsteinzeitlicher Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.

Ganggrab - Modell
Bild: Ganggrabmodell | Urheber: © Kai-Erik Ballak / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Ganggrab – Holsteiner Kammer

Die Holsteiner Kammer oder Norddeutsche Langkammer ist eine rechteckige Form des Ganggrabes, die vorwiegend in Holstein vertreten ist. Mit 58 Anlagen (68 %) ist diese sogenannte Südgruppe (südlich der Eider) in Schleswig-Holstein doppelt so stark vertreten wie die annähernd ovale Kammer der Nordgruppe, mit der sie sich im Raum Eckernförde überschneidet. Die Länge der Kammern schwankt hier zwischen 3,0 und 8,5 m, wobei Anlagen zwischen 3,0 und 5,5 m etwa zwei Drittel ausmachen, während solche über 6,0 m das restliche Drittel bilden. Die Breite schwankt zwischen 1,0 und 2,25 m. 60 % der Kammern erreichen eine Breite von 1,5 m.

GanggrabBild: Steinkammer bei Dohnsen

Urheber: Hajotthu

Gewöhnlich haben die Anlagen drei, häufig jedoch vier bis sechs Decksteine. Bei fast der Hälfte konnte ein kurzer Gang aus ein bis zwei Steinpaaren nachgewiesen werden. Eine exzentrische Lage des Ganges bzw. der Kammeröffnung zur Kammerlänge tritt bei 40 % der Anlagen auf, während die Mittellage (20 %) vornehmlich bei langen Kammern vorkommt. Der Rest ist so gestört, dass eine Aussage über die Lage des Ganges nicht gemacht werden kann. Auch die ursprüngliche Form des Hügels ist nur bei 50 % der Anlagen bestimmbar. Danach überwiegen im Norden die Rundhügel, im östlichen und westlichen Verbreitungsgebiet dagegen die Langbetten, und zwar jeweils um das Doppelte.

Während das Steinmaterial zumeist aus den erratischen Blöcken der Eiszeit (Findlinge) besteht, sind einige wenige Anlagen aus anderem Steinmaterial (Lübbensteine) erstellt. Eine weitere Sonderform bietet das „multikulturelle“ Gräberfeld von Wartin. Hier ist ein Ganggrab in einem Hünenbett aus Steinplatten erstellt worden (E. Kirsch 1993), da auf der Terrasse des Urstromtales der Randow keine Großgeschiebe zur Verfügung stehen.


Quelle: Wikipedia.de
Bilder: Lizensiert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert
Siehe auch: Stonehenge

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