Runensteine von Aringsås (Wikingerzeitlich)

Die Runensteine von Aringsås stehen an der Kirche von Aringsås in Alvesta im Bezirk Kronoberg in Småland in Schweden und tragen die Nr. Sm 1 und Sm 3. Ein dritter Runenstein (Sm 2) soll in der Friedhofsmauer verborgen sein.

Sm 1 ist ein etwa 1,7 m hoher wikingerzeitlicher Runenstein aus Granit, der zusammen mit Sm 3 im Jahre 1966 an der Friedhofsmauer aufgestellt wurde. Die Inschrift besteht aus einem Text im jüngeren Futhark innerhalb eines Textband, das entlang der Außenkante des Steins um ein zentrales Kreuz verläuft. Da die Enden des Textbandes beschädigt sind, ist nicht eindeutig, ob die Inschrift im RAK-Stil, dem ältesten Runensteinstil geschnitzt wurde. Die Inschrift wurde von einem Runenmeister namens Åsgöt geschnitzt. Åsgöt unterzeichnete auch die Inschrift Sö 296 von Skälby. Drei weitere erhaltene Runensteine sind ihm aufgrund der Stilanalyse zuzuordnen.

Runensteine von AringsåsBild: Runensteine von Aringsås Sm 3 (links) und Sm 1

Der Runentext besagt, dass der Stein von einem Mann namens Vigniutr in Erinnerung an seinen Vater Hromund aufgestellt wurde. In Übereinstimmung mit dem Kreuz enthält der Text ein Gebet für die Seele des Hromund. Das nordische Wort salu für Seele wird zum ersten Mal während des 10. Jahrhunderts nachgewiesen.

Bevor die historische Bedeutung der Runensteine von Aringsås erkannt wurde, wurden sie oft als Materialien beim Bau von Kirchen, Mauern und Brücken wiederverwendet. Der Text des Steins Sm 2 wurde während einer früheren nationalen Erhebung der Runensteine aufgezeichnet. Er besagt, dass der Stein von einem Mann namens Ábjôrn in Erinnerung an einen Mann namens Toki Óníðingr aufgestellt wurde. Óníðingr mit dem o- Präfix bedeutet das Gegenteil von dem altnordischen Pejorative níðingr und beschrieb einen Mann als tugendhaft. Óníðingr kommt in den Runeninschriften OG 77 in Hovgården, Sö 189 in Åkerby, Sm 5 in Transjö, Sm 37 in Rörbro, Sm 147 in Västa Ed und DR 68 in Århus vor und erscheint als Name oder ein Teil eines Namens in den Inschriften OG 217 in Oppeby und Sm 131 in Hjortholmen.

Runenstein Sm 3, ein Stein im Vogelschaustil (schwed. Fågelperspektiv; bei dem die Schlange in Aufsicht dargestellt ist), trägt runenähnliche Symbole auf dem Schlangenband. Obwohl die Symbole ähnlich nordischen Runen sind, sind sie sprachlich ohne Bedeutung. Es wird für möglich gehalten, dass die Inschrift durch einen Analphabeten geschnitzt wurde, der versuchte, einen anderen Runenstein zu kopieren.


Allgemeine Informationen zu Grundtypen, Schrifttypen und Verbreitung von Runensteinen.
Quelle: Wikipedia.de

Schreibe einen Kommentar