Steine von Ardre – Ostseeinsel Gotland

Die Steine von Ardre sind ein archäologischer Fund auf der Ostseeinsel Gotland, bestehend aus einem Bildstein, zwei Kistensteinen und einem Runenstein aus der Wikingerzeit (800–1050 n. Chr.). Sie gehören den verschiedenen Steinstilen in Schweden an. Heute sind sie im Staatlichen historischen Museum in Stockholm ausgestellt.

Steine von Ardre – Der Bildstein

Steine von Ardre - Der BildsteinBild: Bildstein von Ardre

Der Bildstein stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist mit 2,1 m von beachtlicher, jedoch nicht extremer Größe. Im obersten Feld reitet Odin auf dem Götterpferd Sleipnir nach Walhall, darunter ist ein Schiff zu sehen und rechts einige nur noch schwer erkennbare Szenen. Den linken unteren Teil des Bildsteines nehmen Szenen aus der Wieland-Sage ein.

Wieland der Schmied ist eine Gestalt der germanischen Heldensage. Ursprünglich erscheint er in der germanischen Mythologie als halbgöttliches Wesen. Der Sage nach stammt Wieland aus Gossensaß („Gotensitz“) im heutigen Südtirol. 1835 verfasste der Dichter Karl Simrock ein Versepos mit dem Titel Wieland der Schmied. In der Folge setzte sich auch Richard Wagner in einem unkomponiert gebliebenen Dramenentwurf mit dem Stoff auseinander.

 

 

Steine von Ardre – Die Kistensteine

Steine von Ardre - Die KistensteineBild: Kistensteine von Ardre

Eindeutig christlich sind die beiden leicht beschädigten, im gekonnten Urnes-Stil dekorierten Kistensteine, die zu einer Grabkiste gehören und ins 11. oder 12. Jahrhundert datiert werden. Der eine zeigt ein Ranken- und Schlangen-Ornament, der andere den Hl. Christophorus mit dem Christuskind auf dem Rücken, wie er über Drachen und Ungeheuer schreitet, die das Heidentum symbolisieren. Die noch recht deutlich erhaltenen Farbspuren machten eine Rekonstruktion der Bemalung möglich.

Die Runeninschrift lautet: „Söhne Liknats (ließen machen) ein schönes Denkmal für Ailika, die gute Ehefrau, Mutter. (Gottes und der Gottesmutter Gnade) für sie und die, welche das Denkmal machten (das größte, das) Menschen sehen werden„.

Steine von Ardre – Der Runenstein

Steine von Ardre - Der RunensteinBild: Runenstein von Ardre

Der Runenstein gehört zu den wenigen Exemplaren seiner Art auf Gotland. Er stammt auch aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und ist mit 72 cm eher klein. Runensteine kamen erst mit der Christianisierung nach Gotland. Die Steine behielten zwar die traditionellen Formen der Bildsteine, die Dekoration lehnte sich jedoch an den festländischen Urnes-Stil an. Der Ardre-Stein ist vielleicht der jüngste dieser Runensteine. Aus den verschlungenen Tieren des Urnes-Stils ist eine gotländische Variante entstanden. Und es ist unsicher, ob es sich um einen christlichen Stein handelt, denn weder das Schlangenmotiv, auf der einen Seite ein, die beiden Ungeheuer auf der anderen Seite, noch der Text lassen christliche Motive erkennen.

Der Text lautet: „Ottar und Gairvat und Aivat, setzten den Stein für Liknat, ihren Vater. Radjalv und Gairnieut, schufen einen schönen Gedenkstein für einen tüchtigen Mann. Likraiv ritzte die Runen“.


Allgemeine Informationen zu Grundtypen, Schrifttypen und Verbreitung von Runensteinen.
Quelle: Wikipedia.de
Bilder: Lizensiert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert
Urheber: Bengt A Lundberg / Riksantikvarieämbetet

Siehe auch: Gotländische Bildsteine

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