Piktensteine – Piktische Symbolsteine aus Schottland

Die Piktensteine (Piktische Symbolsteine) entstanden im nordöstlichen und nördlichen Schottland. Datiert werden sie hauptsächlich zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert. Primär sind sie wohl Grabsteine gewesen, auch wenn dies nicht ganz eindeutig ist. Derzeit sind etwa 350 Steine bekannt, es werden aber immer wieder neue entdeckt, so im September 2011 auf der Black Isle.

Piktensteine – Klassifikation

In „The Early Christian Monuments of Scotland“ (1903) klassifizierten J. Romilly Allen und Joseph Anderson die Steine in drei Klassen. Kritiker haben Schwächen in dem System festgestellt, aber es wird weithin verwendet.

  • Class 1: unbearbeitete Steine mit eingeschnitten Symbolen. Es gibt keine Kreuzdarstellungen. Die Steine stammen aus dem 6., 7. und 8. Jahrhundert (Symbolstein von High Keillor, Sandness – Shetland).
  • Class 2: Steine mit mehr oder weniger rechteckiger Form mit einem großen Kreuz und Symbol auf einer oder beiden Seiten. Die Symbole, sowie die christlichen Motive sind als Relief erstellt und das Kreuz mit seiner Umgebung ist mit Designs gefüllt. Die Steine stammen aus dem 8. und 9. Jahrhundert.
  • Class 3: diese Steine tragen keine piktischen Symbole. Es können Kreuzplatten, Grabsteine oder freistehende Kreuze sein, die aus dem 8. oder 9. Jahrhundert stammen.
Piktensteine – Symbolik

Die Steine zeigen neben wenigen naturalistischen Darstellungen eine Vielfalt von Motiven. Kernsymbole sind die meist paarig auftretenden und heute als Doppel-Scheibe und Z-Stab, sowie Halbmond und V-Stab bezeichneten. Über die Deutung der Symbole wurden viele Theorien aufgestellt. Bislang konnte keine davon bewiesen werden.

Piktensteine - Eagle Stone von Strathpeffer - gemeinfreiBild: Eagle Stone von Strathpeffer

Piktische Symbole wurden auch auf den Wänden einiger Höhlen von East Wemyss in Fife gefunden. In die Mauern von Burghead Fort, dem großen piktischen Burgwall, wurden Stiere eingefügt. Die Bedeutung dieses Gebietes mit seinen Häfen und dem reichen Hinterland wird durch eine Anzahl von Symbolsteinen reflektiert.

In der Nähe liegt Covesea, die Höhle des Bildhauers. Sie wurde nach den Schnitzereien auf den Wänden, wovon einige Pikten-Symbole sind, benannt. Die um den Höhleneingang platzierten Symbole schließen das dreifache-Oval den Halbmond und V-Stab ein. Die Ausgrabungen haben gezeigt, dass diese große Höhle wenigstens zwei Phasen von Aktivität erlebte. Eine frühe im ersten Jahrtausend v. Chr. und eine in der frühen Piktenzeit. Der nördlichste Symbolstein ist der Wolf-man von Mail, gefunden bei Cunningsburgh auf Shetland. Auf den Orkney finden sich 11 Steine. Lediglich neun stehen in der Westhälfte Schottlands. Noch an der Straße stehende Steine sind z. B. Clach Ard auf der Isle of Skye und der Maiden Stone bei Pitcaple.

Piktensteine von Dyce

Die Piktensteine von Dyce befinden sich in der Ruine der St Fergus’s Church auf einer Klippe an der Südseite des Flusses Don. Die St.-Fergus-Kapelle stammt aus dem 13. Jahrhundert, das heutige Aussehen verdankt sie späteren Umbauten. Dyce (schottisch-gälisch Deis) ist ein Vorort von Aberdeen, in Schottland. Der Cross-Slab und der Symbolstein sind typische Beispiele von Piktensteinen. Sie sind Teil eines Scheduled Monuments, welches die Kirche mit dem umgebenden Friedhof umfasst.

Piktensteine von Dyce 1Bild: Dyce 1

Urheber: Otter

Der ältere der beiden, Dyce 1, ist ein Symbolstein aus rosa-rotem Granit. Eingeritzt ist ein Pictish Beast über einem Z-Stab und einer Doppelscheibe. Jede der beiden Scheiben ist mit einem inneren Kreis und einem zentralen Punkt verziert. Die Bedeutung der Muster ist unbekannt. Dyce 1 stammt vermutlich aus dem 6. Jahrhundert.

Als Pictish Beast wird eines von rund 50 unterschiedlichen Symbolen bezeichnet, wie sie primär auf den frühmittelalterlichen Symbolsteinen der Pikten im Norden Schottlands anzutreffen sind. Die Figuren entstanden zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert. Ob eine Tierart oder eine Chimäre dargestellt wird, bleibt ungeklärt.

Das Pictish Beast zeigt ein zoomorphes Wesen. Charakteristisch sind die lange, schnabelartige Schnauze, die rundlichen, aufgerollten Enden der Gliedmaßen, eine lange, vom Hinterkopf herabhängende und wie eine Locke, eine Art Rostrum oder ein Zopf wirkende Struktur, sowie der meist hängende, am Ende gerundete Schwanz. Die Figur wird oft leicht oder gänzlich aufgerichtet dargestellt.

 

 


Quelle: Wikipedia.de
Bilder: Lizensiert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert
Siehe auch: Gotländische Bildsteine, Pictish Beast, Stonehenge

Schreibe einen Kommentar