Dolmen – Megalith-Bauwerk als Grabstätte

Ein Dolmen ist ein in der Regel aus großen, unbehauenen oder behauenen Steinblöcken errichtetes Megalith-Bauwerk, das zumeist als Grabstätte diente. Es besteht aus drei oder mehr aufrecht stehenden Tragsteinen, auf denen eine oder mehrere Deckplatten ruhen. In Europa waren Dolmen meist ursprünglich von Hügeln aus Steinen oder Erde bedeckt.

Dolmen – Architektur

Die meisten Dolmen bestehen aus großen aufgerichteten Steinen, sogenannten Orthostaten. Darauf ruhen Decksteine, die meist größer und schwerer sind als die Orthostaten. Die Decksteine ragen oft seitlich über die Orthostaten hinaus. Sie verleihen dem Bauwerk manchmal das Aussehen eines Tisches. Ihrer tischähnlichen Form wegen wurden Dolmen daher früher auch als Opfertische, Altarsteine oder Druidenaltäre interpretiert.

Dolmen in FrankreichBild: Dolmen de la Pierre Levée, bei Saint-Fort-sur-le-Né, Frankreich

Urheber: Jack ma

Die Tragsteine stehen meist dicht nebeneinander und bilden rechteckige, vieleckige, trapezoide oder rundlich-ovale Kammern. Später zu datierende Bauten bestehen nicht selten aus zahlreichen kleineren Steinen anstelle von monolithischen Orthostaten. Bei ihrer Entdeckung waren viele durch einen Erdhügel bedeckt, der einen ungehinderten Zugang unmöglich machte. Bei ihrer Freilegung erwiesen sich nur wenige Dolmen als verschlossen. In einigen Fällen hat ein Dolmen mehrere – auch seitliche – Kammern (z. B. Mané Groh). Kammern mit lateralem Zugang werden in Mitteleuropa als Ganggräber bezeichnet, wobei die Abgrenzung zu anderen Typen nicht einheitlich ist.

Die Größe dieser Bauten wechselt je nach Region und vorhandenem Material. Heute bestehen sie oft nur aus freistehenden großen Steinen. Die kleineren Steine wurden vielfach abtransportiert und verbaut. Selten ragen die Megalithen aus einem um sie angeschütteten Hügel hervor, oder sie sind ganz mit einem Stein- oder Erdhügel bedeckt, was ihrem ursprünglichen Zustand entspricht. Vielfach stehen die Tragsteine größerer Monumente so nahe beieinander, dass der tischähnliche Charakter verschwindet und ein kammerähnlicher Raum entsteht.

Verbreitung

Dolmen bei Jävre in Norrbotten, Bronze- oder EisenzeitlichBild: Dolmen bei Jävre in Norrbotten, Bronze- oder Eisenzeitlich

Urheber: Pilind

Dolmen sind in ganz West- und in Teilen Nord-, Mittel-, Süd-, Südwest- und Südosteuropas verbreitet, wobei ein gehäuftes Vorkommen in Küstennähe zu beobachten ist (Département Vendée, Bretagne, Irland, Wales als Antas in Portugal u. a.). Charakteristisch für die europäischen Großsteingräber sind – neben den megalithischen Decksteinen – die seitlichen Tragsteine (Orthostaten). Im südöstlichen und östlichen Europa kommen sie in Südrussland und Thrakien (Bulgarien, Nordostgriechenland, europäische Türkei, Thrakien) vor. In Westasien sind sie in der Levante und in Georgien anzutreffen.
Weiterhin gibt es sie im Kaukasus, in Nordafrika, Indien, Japan und Korea.


Quelle: Wikipedia.de
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Siehe auch: Stonehenge

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