Borre-Stil – Kunststile der Wikingerzeit (9. bis 10. Jahrhundert)

Borre-Stil - SteinkreuzBild: Steinkreuz mit für den Borre-Stil typischen Kettenmustern. Kirk Michael, Isle of Man, Großbritannien.

Der Borre-Stil (oder Greiftierstil) ist eine vom 9. bis 10. Jahrhundert entstandene Stilphase der frühmittelalterlichen Kunst. Benannt ist sie nach der Ortschaft Borre in der norwegischen Kommune Horten. Kennzeichnend für den Stil sind Tier- und Knotenornamente. Er stellt die zweite Phase des Greiftierstils dar. Verbreitet war er besonders im östlichen Norden. Beim Borre-Stil sind die Greiftiere oft mit geometrischen Flechtbandornamenten verbunden.

 

Von der Mitte des 9. Jahrhunderts an veränderte sich der Stil der Greiftiere. Ihre Gliedmaßen wurden schlanker, ihre Gesichter waren dem Betrachter zugewandt. Charakteristisch war der dreieckige Kopf mit plastischer Nase, kugeligen Augen und hochgestellten Ohren.

Borre-Stil - GewandfibelBild: Gewandfibel im Borrestil. Haithabu, Schleswig-Holstein

Urheber: Casiopeia

Eine Fibel (lateinisch fibula „Klammer, Bolzen, Spange, Schnalle‚ Heftnadel, Schließe“ ist eine metallene, dem Prinzip der Sicherheitsnadel entsprechende Gewandnadel. Die ältesten nachgewiesenen Formen stammen aus der Bronzezeit. Fibel wurden bis ins Hochmittelalter verwendet.

Fibeln wurden benutzt, um Kleider, Umhänge und Mäntel zusammenzuhalten (Gewandschließen). Sie lösten die Gewand-Nadel ab. Neben ihrer praktischen Funktion dienten sie auch als Schmuck und konnten mit Anhängern (Pendilien) versehen werden. Sie waren oft zugleich Symbolträger (z. B. Rangabzeichen) oder sollten als Glücksbringer mit einer besonderen Ornamentik Unheil abwehren.

Sie bestehen aus einer Nadel und einem Bügel oder einer Decke. Die ältesten Fibeln bestehen aus zwei Teilen, bei den jüngeren Exemplaren sind Nadel und Bügel durch eine federnde Spirale oder durch ein Scharnier verbunden. Man kann sie am ehesten mit einer heutigen Brosche oder Sicherheitsnadel vergleichen. Der Vorteil der Fibel gegenüber der zuvor verwendeten Nadel bestand darin, dass die schließbare Fibel nicht so leicht aus der Kleidung rutschte und – je nach Gestaltung – ein Überstand über die Nadelspitze die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen minderte. Fibeln wurden schon in antiker Zeit teilweise durch Schnallen abgelöst. Mit dem Aufkommen des Knopfes kamen sie ganz aus der Mode.

 

Voriger Kunststil
Oseberg-Stil
Borre-Stil
9. Jh. – 10. Jh.
Nachfolgender Kunststil
Jelling-Stil

Quelle: Wikipedia.de
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